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Unser Chorleiter
Wilfried Staufenbiel

Wilfried Staufenbiel gehört
dem Rundfunkchor Berlin seit 1980 an.
Der Bass wurde 1948 in Wurzen, Sachsen, geboren. Von 1967 bis
1972 studierte er Violoncello an der Hochschule für Musik
Leipzig, nach einer unfallbedingten Unterbrechung 1975 bis 1980
Gesang bei Gerhard Eisenmann an der Hochschule für Musik
„Hanns Eisler“ in Berlin. Unmittelbar nach Abschluss seines
Studiums trat er dem Rundfunkchor Berlin bei. Ein Jahr später
erhielt er einen Lehrauftrag für das Fach Gesang an der
Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, den er bis 1999
innehatte.
An der Hochschule kam er mit der Musik es Mittelalters in Berührung,
der er sich fortan mit Leidenschaft widmet. Staufenbiel bildete
sich in Workshops der Innsbrucker Festwochen für alte Musik
und an der Schola Cantorum Basiliensis bei René Jacobs
(Gesang) und Dominique Vellard in der Aufführungspraxis Alter
und Früher Musik fort, musizierte mit Montserrat Figueras und
Jordi Savall und gibt sein Wissen und seine Erfahrung seither in
regelmäßigen Workshops weiter. Seit 1980 gehört er Egbert
Schimmelpfennigs musica mensurata, einem der
Pionier-Ensembles für Frühe Musik in der DDR, an. 1995 gründete
er das Ensemble Bicinium, das sich in wechselnder
Besetzung der streng polyphonen Zweistimmigkeit des Spätmittelalters
und der Renaissance widmet, aber auch eigene Kompositionen zur
Aufführung bringt. Neben dem Cello spielt Staufenbiel Gambe,
Drehleier und Fidel, beschäftigte sich mit arabischen und
afrikanischem Trommelspiel und mit der Rekonstruktion
mittelalterlicher Instrumente.
Ein weiteres Feld seiner weitgespannten musikalischen Interessen
erstreckt sich auf den Jazz. Seit 1976 tritt Staufenbiel als
Cellist und Sänger gemeinsam mit zunächst Manfred Schulze
(Baritonsaxophon/Klarinette), später Uli Weber (Trompete) und
Hermann Keller (Klavier) im Berliner Improvisations-Trio
auf, unter anderem im Februar 2004 beim Jubiläumsfest der roc
berlin im Berliner Konzerthaus. Daneben sind Hansgünther Wauer
(Orgel) und Warnfried Altmann (Saxophon) feste Musizierpartner
im Zwischenbereich zwischen komponierter und improvisierter
Musik.
Staufenbiel gastiert als Solist wie als Ensemblemusiker mit
renommierten internationalen Alte-Musik-Ensembles wie auch mit
Musikern der improvisierenden und der New Jazz-Szene in vielen Ländern
Europas. Im Oktober 2004 eröffnete er die Kammermusik
Podium-Reihe des Rundfunkchores Berlin mit einem
Programm französischer, italienischer und deutscher
Barock-Kantaten. Beim Gastspiel des Rundfunkchores in Tokio sang
und spielte er im November 2004 die Partie des 2. Gefangenen in
Nikolaus Lehnhoffs Inszenierung des Fidelio unter Sir Simon
Rattle.
Seit Oktober 2004 leitet er den gemischten Chor Strausberg
und im April 2005 gründete er den Galeriechor Schönow.
Wenn es seine Zeit noch zulässt, schreibt er (u.a.
"Wilfried Staufenbiel 55 Texte"; "LebensSplitter")
oder photographiert (Ausstellungen: 2001 "New York zwischen
Poesie und Realität"; 2005 "Ich sehe Rot – Struktur
wird Farbe, Farbe ist Struktur").
Daneben organisiert Wilfried Staufenbiel in seiner Galerie im
Hühnerstall in Schönow bei Berlin ein reiches Angebot
vielfältiger kultureller Aktivitäten von regelmäßigen
Workshops zur Historischen Aufführungspraxis und zu
Improvisations-Techniken für Menschen aller Altersstufen bis
hin zu Ausstellungen, Lesungen, Konzerten,
Zeitzeugen-Befragungen und Begegnungen. Seine Arbeit ist in
zahlreichen Rundfunk-, Schallplatten-, Fernsehaufnahmen und
Porträts dokumentiert.
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